Naturschutz
Schon in den 1960er Jahren prägten vogelkundliche Wanderungen und Aktivitäten im Vogelschutz gemeinsam mit meinen älteren Brüdern meine Kindheit. Dies war die Grundlage dafür, daß ich 1980 in Gerlingen eine Jugendgruppe der Naturschutzjugend (NAJU) gründete und 1982 in den Gründungsvorstand der NAJU auf Bundesebene gewählt wurde, wo ich bis 1987 als Schatzmeister tätig war - der Umsatz verzehnfachte sich in dieser Zeit dank erfolgreicher Drittmittel-Akquise von 40.000 auf 400.000 DM.
Ehrenamtliche Tätigkeit von lokaler bis auf internationale Ebene gehört seither kontinuierlich zu meinem Leben. Dies gilt sowohl für praktische Naturschutzarbeit als auch für konzeptionelle Ausarbeitungen, für die Leitung naturkundlicher Wanderungen genauso wie für die Organisation und Leitung von Seminaren und Tagungen und die Moderation von Podiumsdiskussionen.
Mitgliedschaften:
BUND – Mitglied seit 1983, Mitbegründer der BUND-Gruppe Husum
NABU – Mitglied seit 1973
VCD – Mitglied seit 1988
Streuobst
Auch das Thema Streuobst begleitet mich schon seit Geburt: Ich wuchs am Rande ausgedehnter Streuobstwiesen und mit eigenem Süßmost und Most im Keller auf. Seit 1992 bin ich Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst und Schriftleiter des NABU-Streuobstrundbriefes und vertrete den NABU auf nationaler und internationaler Ebene bei diesem Thema. Und selbstverständlich moste ich jedes Jahr in der Kelter in Vaihingen-Ensingen!
2010 begann die Umsetzung und Erfüllung eines "Traumes" für meine neue Heimat in Vaihingen: Die Streuobst-Aufpreisvermarktung mit fairen Preisen für Landwirte. Partner sind Bauern, BUND, Imkern, Landfrauen, NABU, Obst- und Gartenbauvereine, der Schwäbische Albverein sowie insbesondere die Firma Ensinger Mineralbrunnen, die 20 Euro/dz bezahlt. Mit diesem "fairen Preis" ist der Streuobstbau wieder eine rentable Form der Landwirtschaft - es lohnt sich wieder, Hochstamm-Obstbäume zu pflanzen, zu pflegen und zu beernten. Der Gartenrotschwanz als Vogel des Jahres 2011 dankt!
Großschutzgebiete
Die Wende 1989/1990 und viele Kontakte zu den „Machern“ des DDR-Nationalparkprogrammes war die Grundlage für die Idee eines Biosphärenreservates auf der Schwäbischen Alb.
Dies wurde auch der Inhalt meiner Doktorarbeit "Arbeitsplätze durch Naturschutz am Beispiel der Biosphärenreservate und der Modellregion Mittlere Schwäbische Alb". Seit 1994 vertrete ich den NABU-Bundesverband beim Thema Großschutzgebiete sowie bei der Europarc Federation und damit auch bei Europarc Deutschland.
Nachdem die Landesregierung unter Erwin Teufel Biosphärenreservate pauschal ablehnte, proklamierte Guenter Oettinger in seiner ersten Regierungserklärung 2005 ein Biosphärenreservat auf der Schwäbischen Alb als "Leuchtturmprojekt der Landesregierung": Gut Ding will Weile haben - umso schöner, wenn man nicht für die Schublade geschafft hat.
Heute, 2010, gibt es schon ein Wettrennen um das nächste Biosphärenreservat im Land: Südschwarzwald, Nordschwarzwald oder das Allgäu? Und auch einen Nationalpark wird es früher oder später in Baden-Württemberg geben - das ist meine feste Überzeugung.
Nordsee und Wattenmeer
Als Vogelwart an der Nordsee war ich erstmals 1980 im Hauke-Haien-Koog. Insgesamt zwei Jahre arbeitete ich im heutigen Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer hauptsächlich als Betreuer des Europareservates Rantum-Becken auf Sylt.
Diese Zeit beinhaltete meinen Zivildienst. Kontakte zu Schäfern, Jägern, Anglern, Bauern und Reusenstellern gehörten genauso dazu wie wissenschaftliche Kartierungen, erste Publikationen, die Gestaltung und Leitung eines Info-Zentrums mit jährlich ca. 10.000 Gästen sowie Hunderte von Führungen.
Zudem war ich auf der Vogelwarte Helgoland und auf der Forschungsplattform Nordsee tätig und leitete viele Jahre teils internationale Gruppen bei Küstenschutzarbeiten auf der Vogelhallig Norderoog.